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Der Hunte-Ems-Kanal

Die Idee eines Kanals westlich von Oldenburg, zur Entwässerung und Kultivierung der Moore
und der Nutzung als Verkehrsweg, bestand schon lange bevor sich in Oldenburg der 1841 gegründete "Gewerbe- und Handelsverein" zum Vorkämpfer dieser Kanalverbindung machte.
Damit begann Mitte des 19. Jahrhunderts das Projekt "Hunte-Ems-Kanal" Formen anzunehmen.



1900 - Der Hunte-Ems-Kanal mit einem zeittypischen Torfkahn.



1843 machte der Amtmann Aman, als Sprecher der Braker Schiffahrtskommission den Vorschlag, die Vehne zu kanalisieren und mit der Hunte zu verbinden. Amanns Schwager, Mosle, gab mit seinem Vortrag vor dem Oldenburger "Gewerbe- und Handelsverein" den entscheidenden Anstoß. Mitglieder des Vereins riefen zu freiwilligen Spenden auf. Mit gespendeten 600 Reichstalern wurde im Mai 1846 der Auftrag zur Untersuchung der Moore an den Vermessungscondukteur Fimmen vergeben.



Amtmann
Johann Georg Amann
*20.4.1794 Hartwarden
+7.9.1852 Berne
Oberkammerrat
Ihno Hayen Fimmen
*20.2.1808 Carolinensiel
+8.6.1897 Elsfleth
Generalmajor und Minister
Johann Ludwig Mosle
*
2.1.1794 Varel
+24.10.1877 Oldenburg


Die Bodenuntersuchungen Fimmens ergab eine fast ebene Sandfläche auf der eine im Laufe vieler Jahrhunderte angewachsene 11m dicke Moorschicht lag. Die von Fimmen vorgeschlagene Kanallinie ist auch gewählt worden. Sie begann am heutigen Elisabethfehn-Kanal und endete in Hundsmühlen.



1890 - In mühseliger Arbeit wurde die Torfschicht bis auf den Sanduntergrund abgetragen. So entstand das Flußbett.



Aufgrund der politischen Ereignisse von 1848 und der schlechten Finanzlage des Herzogtums konnte mit den Kanalbauarbeiten erst 1855 begonnen werden. Die Arbeiten im Moor kamen nur langsam voran. Der Torf musste von den Arbeitern unter schwierigsten Bedingungen abgetragen werden. Erst 1877 konnte durch den Einsatz einer dampfgetriebenen Torfabbaumaschine der Bau des Kanals beschleunigt werden. Die Fertigstellung erfolgte nach 50 Jahren Planungs- und Bauzeit im Jahre 1893.



1910 - Nach Fertigstellung und Flutung zog sich der Kanal schurgerade durch das bis dahin unwegsame Gelände.



1900 - Torfkähne bis zu einer Breite von 4,50 m konnten den Kanal befahren. Hier durch eine geöffnete Klappbrücke.



1900 - Eine der unzähligen Klappbrücken am Hunte-Ems-Kanal.



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